SPD-Politikerinnen informieren sich über Online-Sucht

SPD-Politikerinnen informieren sich über Online-Sucht
 

Die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Regionsfraktion, Elke Zach, und die Jugendpolitikerin Friederike Emmelius informierten sich bei return, der Fachstelle für exzessiven Medienkonsum des Neuen Lands e.V., ausführlich über Onlinespiel- sowie Onlinepornografie-Sucht junger Menschen. Im knapp dreistündigen Gespräch berichtete der Leiter Eberhard Freitag von diesem neuen, wachsenden Beratungsbedarf.

SPD-Politikerinnen informieren sich über Online-Sucht

Zu den Onlinespielen erläuterten Eberhard Freitag und zwei Ehrenamtliche des christlichen Vereins den Suchtfaktor der Spielkonzepte. „Problematisch ist, dass die Kinder und Jugendlichen auf die schnelle Reihenfolge von Handlung und Erfolg konditioniert werden. Auch hat Scheitern in den nicht endenden Spielen keine Konsequenzen“, so der Pädagoge. Daher sei die Parallelwelt für jungen Menschen, die ihre Spielfigur als Teil ihres eigenen Ichs sehen, oft attraktiver als die reale Welt. Wichtig sei daher, dass das Internet für die Heranwachsenden kein freier Raum ist, sondern Inhalte und Zeitspannen von Beginn an von den Eltern kontrolliert werden. Der Verein, der niedersachsenweit sowohl im Feld der Suchtberatung als auch der Prävention arbeitet, bietet Eltern und Betroffenen Hilfestellung, sich mittels eines Computerprogramms zu schützen und durch begleitende Gesprächstherapie den Weg aus der Sucht zu finden.

Der Bereich der Onlinepornografie-Sucht sei noch anders gelagert, so Eberhard Freitag, „da sich die Sucht bis in die reale Partnerschaft auswirkt.“ Die große Gefahr sei die Reduzierung der Sexualität auf den Bereich des Geschlechtsaktes. Dieser brennt sich oft wie ein Skript in den Köpfen der meist männlichen Süchtigen ein und beschränkt eigene, selbstgemachte Erfahrungen.
Der Verein hat es sich es zum Ziel gemacht, Öffentlichkeit herzustellen für eine neue Art der sexuellen Gewalt: „Pornografiekonsum von Kindern und Jugendlichen fördert nachweislich in erheblichem Maße die Akzeptanz und die Bereitschaft zur Ausübung sexueller Gewalt an Gleichaltrigen bzw. Minderjährigen. Durch den weit verbreiteten und durch das Internet mühelos zugänglichen Konsum entsteht einen neue und wachsende Tätergruppe.“

Kinder und Jugendlichemüssen wirksam geschützt werden durch Filterschutzsysteme an jedem PC – auch in der Schule, der jungen Menschen zugänglich ist, wie auch durch umfassende Sensibilisierung der Eltern und durch die Überarbeitung sexualpädagogischer Konzepte.

Abschließend betonten die Politikerinnen, dass sie diese Themen in der AG Kinder und Jugend weiter diskutieren werden: „Wir werden schauen, wo wir Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für diese neuen Probleme finden können und uns für den Kinder- und Jugendschutz stark machen.“