Rede in der Aktuellen Stunde zum Thema: Inklusion – Wie ist für die Region eine Vorbereitung ohne gesetzliche Rahmenbedingungen möglich?

Ulrike Thiele
 

Herr Vorsitzender,
Herr Regionspräsident,
meine Damen und Herren,

manchmal wird eine Entscheidung immer wieder aufgeschoben.

Wir kennen dazu ein Sprichwort: "Da sitzt jemand was aus."

Den Eindruck habe ich von der der schwarz-gelben Landesregierung bei der Umsetzung der Inklusion!
Kommt sie?
Wann?
Verändert sich die Lehreraus- und Weiterbildung?
Welche finanziellen Mittel werden zur Verfügung gestellt?

Wir fühlen uns als SPD-Fraktion den Zielen der UN-Behindertenkonvention verpflichtet.

Das heißt:
Die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben hat für uns besondere Priorität.

Und das heißt, dass ein inklusives Bildungssystem die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre sein wird.

Denn nur wenn wir es schaffen die Kinder gemeinsam zu unterrichten, gehen wir einen ersten Schritt auf die inklusive Gesellschaft zu.

Was wir heute nicht trennen, muss später nicht mühsam wieder zusammen geführt werden!

Ich halte diese Entwicklung für wichtig, denn Inklusion heißt Dazugehörigkeit:
Es darf keine Ausgrenzung von Menschen geben!
Alle Menschen sind wertvoll!
Jeder ist besonders gelungen!
Und wir sind alle sehr verschieden!

Daher muss Schule heute auf die Besonderheiten und individuellen Bedürfnisse von Kindern eingehen, damit sie mit einander und von einander lernen können.

Inklusion ist:
Eine Schule für alle!

Und es geht auch nicht mehr um das "OB", sondern nur noch um das "WIE" der Inklusion von Kindern mit Behinderungen an Regelschulen.

Alle Kinder haben ein Recht auf Teilhabe am allgemeinen Bildungssystem.

Doch ich weiß auch, dass es ein langer Weg bis zur inklusiven Schule sein wird.
Aber auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt: Wir müssen losgehen! Jetzt!

Diese ersten Schritte vermisse ich bei der Landesregierung.
Da werden eher Steine in den Weg gelegt.
Große Steine!

Im Schulausschuss sprach Herr Professor Dr. Klemm von einer zweitägigen Lehrerfortbildung. So nimmt das Land seine Verantwortung nicht wahr!

Deshalb frage ich die Verwaltung:
Reichen die Pläne der niedersächsischen Landesregierung aus, um den Anforderungen der UN-Konvention und den behinderten Kindern gerecht zu werden?
Welche Maßnahmen sind jetzt notwendig, damit die Region ihr Konzept zur inklusiven Beschulung für den Standort Hannover weiter voranbringen kann?

Ulrike Thiele, schulpolitische Sprecherin der SPD-Regionsfraktion
- Es gilt das gesprochene Wort -