Sozial-AG informiert sich über Zuverdienstprojekt für Menschen mit seelischen Behinderungen

Besuch im Cafe Marie
 

Die AG Soziales, Wohnungswesen und Gesundheit hat am Dienstag, 28. Januar, das "café marie" und Laatzen besucht. Das Besondere an diesem Lokal ist, dass hier auch Menschen arbeiten, die eine seelische Behinderung haben. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat dieses Pilotprojekt mit Beginn diesen Jahres offiziell gestartet und ist damit Vorreiterin in der Region Hannover.

 

Seit April letzten Jahres sind im neuen Stadthaus Laatzen die Türen des "café marie" geöffnet, seitdem läuft die Arbeit an. Neben den fest angestellten Mitarbeiterinnen arbeiten dort auch zwei Menschen mit seelischen Behinderungen mit. Dabei geht es vor allem darum, dass sich die Arbeitszeit von maximal 14,75 Stunden in der Woche an den individuellen Situationen der Zuverdienenden ausrichtet. Die AWO Fachbereichsleiterin Antja Hennecke betont: "Der gesundheitliche Zustand und die Belastbarkeit steht im Vordergrund. Darum braucht auch niemand Angst haben, sich krank zu melden, der Arbeitsplatz geht dadurch nicht verloren." Drei Plätze, die sich bis zu sechs Personen teilen können, stehen im Café zur Verfügung. "Der Zulauf ist groß", so Hennecke, "und für die Teilnahme an der Arbeit erhalten die Zuverdienenden einen Anerkennungsbetrag."

Nach dem Gespräch lobte die AG-Sprecherin Elke Zach das inklusive Projekt: "Der Bedarf an solchen Arbeitsplätzen ist offenkundig vorhanden. Wir werden dieses gelungene Beispiel über unsere Kontakte bewerben und Unternehmen und Einrichtungen ermutigen, sich dafür ebenfalls zu öffnen."

v.l.n.r.: Stefan Müller, Elke Zach, Christina Schlicker, Angelika Walther, Cornelia Busch (alle SPD), Dirk von der Osten (stv. AWO-Geschäftsführer), Elke Priewe (Café-Leiterin) und Antje Hennecke (AWO-Fachbereichsleiterin)

v.l.n.r.:
Stefan Müller, Elke Zach, Christina Schlicker, Angelika Walther, Cornelia Busch (alle SPD), Dirk von der Osten (stv. AWO-Geschäftsführer), Elke Priewe (Café-Leiterin) und Antje Hennecke (AWO-Fachbereichsleiterin)

Mehr Informationen zum café marie, das einen täglich wechselnden Mittagstisch anbietet, hier:


PRESSEMITTEILUNG der AWO

AWO startet mit Zuverdienstprojekt im Café Marie
vom 23.01.2014

Neue Perspektiven für behinderte Menschen

Region. Am 6. Januar 2014 ist die Arbeiterwohlfahrt Region Hannover e.V. mit einem durch die Region Hannover geförderten Pilotprojekt gestartet, das Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen eine sinnvolle Beschäftigung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen soll. Bei dem zunächst für ein Jahr geförderten Angebot, das im AWO Café Marie im Stadthaus Laatzen stattfindet, handelt es sich um ein Zuverdienstprojekt für Menschen, die nicht in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können und in der Regel schwere Vermittlungshemmnisse haben.

“Die Teilnahme an der Maßnahme umfasst daher eine flexible, zeitlich begrenzte tägliche Stundenzahl und erfordert eine kontinuierliche fachliche Begleitung“, informiert AWO Geschäftsführer Burkhardt Teuber über das neue Angebot. Das AWO Café Marie im Stadthaus Laatzen stellt drei Plätze zur Verfügung, die mit maximal sechs Teilnehmenden besetzt werden können. Bei dem Beschäftigungsangebot geht es vor allem um eine Stabilisierung der persönlichen Situation, eine Steigerung des Belastungsgrades sowie den Erwerb neuer Fertigkeiten. „Ich finde es gut, dass ich hier arbeiten kann“, sagt Susann G. die seit dem 6. Januar 2014 an der Maßnahme teilnimmt. „Die Arbeit macht mir Spaß und ich habe wieder etwas um die Ohren.“

„Das Angebot richtet sich aus an der jeweiligen individuellen Situation und orientiert sich am gesundheitlichen Zustand und der Belastbarkeit jedes einzelnen“, betont AWO Fachbereichsleiterin Antje Hennecke. Ziel sei es, den Teilnehmenden neue Perspektiven zu eröffnen. Für ihre Teilnahme erhalten sie einen stündlichen Anerkennungsbetrag als Würdigung ihres persönlichen Engagements.

Die Begleitung des Zuverdienstprojektes erfolgt durch zwei Fachkräfte der AWO. Sie reflektieren mit den Teilnehmenden gemeinsam die Anforderungen an die Arbeit, stehen zur Bewältigung von Krisen zur Verfügung und beraten auch den Zuverdienstbetrieb bei der Lösung auftauchender Fragen und Probleme.

Weitere Informationen: Fachbereich Psychosoziale Dienste, Antje Hennecke, Tel.: 0511 8114-216, antje.hennecke@awo-hannover.de

Zuverdienstprojekte
sind ein gemeindenahes und niedrigschwelliges Angebot, das Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen ermöglicht, ihre vorhandenen Fähigkeiten einzusetzen, mit dem Ziel, sich persönlich zu stabilisieren und neue Perspektiven zu gewinnen. Die Schaffung von Zuverdienstmöglichkeiten bei der AWO Region Hannover e.V. verfolgt das Ziel, dass Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in einem geschützten Rahmen mit individuell angepassten Anforderungen, im Sinne der Inklusion gemäß Artikel 27 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, mitten in der Gesellschaft leben und an ihr teilhaben können.

Quelle: http://portale.awo-hannover.de/verband/aktuelles/presseinformationen/PM-Zuverdienstprojekt-im-Cafe-Marie.php