CDU-Regionsfraktion betreibt Erkenntnisverweigerung in Sachen Klinikum

Silke Gardlo, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Regionsversammlung
 

"Die jüngsten Aussagen des Vorsitzenden der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek, zu den Wirtschaftsdaten der Krankenhäuser in Trägerschaft der Klinikum Region Hannover GmbH (KRH) sind nicht nachvollziehbar und lassen sich nur noch als Erkenntnisverweigerung deuten", erklärt Silke Gardlo, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Regionsversammlung. Die Geschäftsführung der KRH hatte jüngst die wirtschaftlichen Ergebnisse der einzelnen Krankenhäuser für die Jahre 2013 und 2014 veröffentlicht.

 

Für das KRH-Krankenhaus in Springe, dessen Planbetten im Laufe des Jahres 2015 an das Krankenhaus in Gehrden verlagert werden sollen, weisen die Wirtschaftsdaten für 2013 und 2014 Defizite in Höhe von über 2 Mio. Euro bzw. 2,8 Mio Euro aus, bei 96 Krankenhausbetten in Springe waren das 2014 fast 30.000 Euro Kostenunterdeckung pro Bett und Jahr.

"Schlossareks Schlussfolgerung, dass angesichts dieser Zahlen 'Springe nicht das Problem, sondern vielmehr ein Bauernopfer sei' , entbehrt jeglicher realistischen Beurteilung, denn parallel zu den Defiziten sind auch die Patientenzahlen und die Schweregrade der durchgeführten Behandlung rückläufig," erläutert Gardlo. Dies erschwere neben der festgestellten Unwirtschaftlichkeit die Aufrechterhaltung eines qualitativ hochwertigen und zukunftsfähigen Krankenhausangebots; dies seien wesentliche Bausteine der von der Regionsversammlung und vom Aufsichtsrat des Klinikums beschlossenen Medizinstrategie 2020.  Unerlässlich sei jedoch für die SPD-Regionsfraktion, dass für Springe eine sachgerechte Nachfolgelösung in Form einer ortsnahen Notfallversorgung gefunden werde; der dazu eingeleitete Dialogprozess am Runden Tisch in Springe solle hierfür den Weg aufzeigen.

Paul Krause, Sprecher für die SPD im Aufsichtsrat der KRH GmbH

Nach den Worten von Paul Krause, Sprecher für die SPD im Aufsichtsrat der KRH GmbH, sei das Ziel der Medizinstrategie 2020 die Sicherung einer qualitativ hochwertigen, fachlich spezialisierten, wirtschaftlich zukunftsfähigen und regional verankerten Krankenhausversorgung durch Kliniken in der Trägerschaft der Region Hannover.

"Angesichts des Trends zur fachlichen Spezialisierung bei Krankenhausbehandlungen, der kürzeren Verweildauer der Patienten und der pauschalierten Vergütungen für die durchgeführten Behandlungen sind Strukturveränderungen erforderlich, wie sie mit der Medizinstrategie 2020 erreicht werden sollen. Dass ausgerechnet das Klinikums-Aufsichtsratsmitglied Schlossarek sich solchen Erkenntnissen und Erwägungen verweigert, ist ein Indiz für die seit Längerem erkennbare Blockadehaltung und die nicht sachbezogene Arbeit der CDU-Regionsfraktion," kritisiert Krause.