Regina Hogrefe | Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion Hannover
Regina Hogrefe | Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Sommerpause ist zu Ende und in den letzten Wochen vor der Kommunalwahl am 13. September 2026 holt der normale Sitzungsbetrieb in der Region uns noch einmal ein. In der vorletzten Regionsversammlung dieser Wahlperiode wurden wir über die verwaltungsinternen Maßnahmen nach den furchtbaren Ereignissen in Stade informiert und haben Anträge und Drucksachen aus der verkürzten letzten Sitzung beraten.

Über weitere Themen aus der Regionsversammlung und die Stationen unserer Sommertour informieren wir wieder mit diesem Newsletter. In unserem Interview kommen in dieser Ausgabe mit Christina Schlicker, Petra Rudszuck und mir drei Frauen der Fraktion gemeinsam zu Wort.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen

Regina Hogrefe
Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion Hannover


+++ Aus der Regionsversammlung +++

REGIONSVERSAMMLUNG KURZ UND KNAPP

In der Regionsversammlung am 18. August 2026 wurden viele Themen beraten und in verschiedenen Politikbereichen u.a. folgende Beschlüsse gefasst:

GLEICHSTELLUNG
Antrag von SPD und Grünen: Gewalt gegen Frauen und mitbetroffene Kinder entschieden bekämpfen:

  • Erarbeitung einer Gesamtstrategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt mit allen relevanten Akteuren
  • Besserer Schutz von Frauen durch verbindliche Zusammenarbeit und frühzeitige Risikoeinschätzung

FEUERWEHR
Die Beschaffung neuer Einsatz- und Logistikfahrzeuge für Feuerwehrtechnische Zentralen und Ausbildung der Regionsfeuerwehr:

  • Ersatz und Modernisierung des Fahrzeugbestands durch drei Gerätewagen Logistik 2 und drei Mehrzweckfahrzeuge zur Stärkung von Transport- und Einsatzlogistik
  • Ergänzung um einen Gerätewagen Logistik 1 für die Regionsfeuerwehrausbildung sowie flexible Nutzung im Tagesdienst der FTZ

UMWELT, NAHERHOLUNG UND KLIMASCHUTZ

  • Die weitere Umsetzung der Moor- u. d. Wasserstrategie mit der Renaturierung des Evenser Moores
  • Die Neugestaltung des Kuratoriums Klimaschutzregion Hannover zum Netzwerk Klimaschutzregion Hannover
  • Die Förderung regionalbedeutsamer Naherholungsmaßnahmen 2026
    - Wegeausbau von Freizeitradwegen
    - Neugestaltung Wasserspielplatz Gehrden
    - Einrichtung einer Parkouranlage in Hemmingen
  • Die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes Säule 3
    - Freiwillige Unterstützungsmaßnahmen für den Klimaschutz
    - Beratung, Vernetzung und Förderangebote
    - Unterstützung von Kommunen, Unternehmen und Bürger*innen
  • Die Gründung einer Bürgerinnen- und Bürger Energiegenossenschaft
    - Ziel: Mehr Bürgerbeteiligung und schnellerer Ausbau von PV-Projekten
    - Region Hannover beteiligt sich als Gründungsmitglied

MOBILITÄT

  • Die Neuaufstellung des Handlungskonzeptes Radverkehr umsteigen:aufsteigen
    - Radverkehr bis 2035 stärken mit verbindlichen Rahmen für die Region.
    - Maßnahmen sollen mit Kosten, Zeitplan und Zuständigkeiten hinterlegt und schrittweise umgesetzt werden.
  • Prüfantrag von SPD und Grünen zu Markierungen auf Radwegen
    - Mehr Orientierung: Seitenmarkierungen auf neuen Radwegen ab 2 m Breite
    - Mehr Sicherheit: Mittelstreifen auf breiten Zweirichtungs-Radwegen
    - Bessere Sichtbarkeit: Markierungen möglichst reflektierend

EUROPA
Antrag von SPD, Grünen und Volt+ zum Mehrjährigen Finanzrahmen der EU ab 2028 als Gesamtpaket.

  • Unterstützung eines ausreichend ausgestatteten EU-Haushalts zur Bewältigung europäischer Zukunftsaufgaben.
  • Stärkung der Kohäsionspolitik sowie der Strukturfonds und des ESF+ unter Einbindung von Regionen und Kommunen.
  • Befürwortung zusätzlicher EU-Eigenmittel und einer stärkeren Rolle des Europäischen Parlaments.

Interessierte finden die Drucksachen sowie weitere Sitzungstermine und Tagesordnungen zu den Regionsversammlungen und den Sitzungen der Fachausschüsse hier:
https://ris.hannit.de/public/

Gewalt gegen Frauen und mitbetroffene Kinder entschieden bekämpfen – Koordinierungsstelle einrichten, Gesamtstrategie erarbeiten

Cornelia Busch | Gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Regionsfraktion
Cornelia Busch | Gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Regionsfraktion

Die Fraktionen SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN haben zum Schutz von Frauen und Kindern gemeinsam den Antrag „Gewalt gegen Frauen und mitbetroffene Kinder entschieden bekämpfen – Koordinierungsstelle ein-richten, Gesamtstrategie erarbeiten“ eingebracht. Hier der Redebeitrag der gleichstellungspolitischen Sprecherin der SPD-Regionsfraktion, Cornelia Busch.

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrte Vorsitzende, sehr geehrter Erster Regionsrat, sehr geehrte Damen und Herren,

die Region Hannover verfügt bereits heute über ein gutes Hilfesystem zum Schutz von Frauen vor Gewalt.

Doch eines müssen wir uns ehrlich eingestehen: Trotz dieser guten Strukturen erleben wir auch in unserer Region immer wieder schwere Gewalttaten und Femizide.

Für uns als SPD ist klar: Jeder Femizid ist einer zu viel!

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Gewalt gegen Frauen ist kein privates Problem und kein individuelles Schicksal. Es ist ein strukturelles gesellschaftliches Problem, dem wir entschlossen begegnen müssen.

Mit diesem Antrag gehen wir einen wichtigen nächsten Schritt. Wir schaffen eine zentrale Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention und entwickeln eine gemeinsame systematische Gesamtstrategie für die Region Hannover.

Hierbei ist es mir besonders wichtig zu betonen, wir bauen keine neuen Stellen auf, wir nutzen Ressourcen aus dem vorhanden Bestand.

Denn wir brauchen eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz, Frauenunterstützungseinrichtungen, Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Wissenschaft. Die bestehenden Netzwerke zu Häuslicher Gewalt sind ein guter Ansatzpunkt für die Koordinierungsarbeit und wichtige Partner im Kampf gegen Häusliche Gewalt.

Vielen Dank

SPD-Fraktion stimmt für die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft

Auch Bürgerinnen und Bürger ohne Eigenheim sollen von der Energiewende profitieren können
Werner Backeberg | Umweltpolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion
Werner Backeberg | Umweltpolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion

Zum Beschluss der Regionsversammlung eine Bürgerenergiegenossenschaft zu gründen, finden Sie hier den beitrag des umweltpolitischen Sprechers Werner Backeberg.

Europa brennt, das Robert-Koch-Institut meldet einen Rekord an Hitzetoten, Hitze, Niedrigwasser und Ernteausfälle führen zu Wirtschaftsschäden in Milliardenhöhe.
Es ist eine Selbstverbrennung, denn der Klimawandel ist die direkte Folge der Übernutzung fossiler Rohstoffe wie Kohle, Gas und Erdöl.

Darum ist es unbedingt notwendig, die Energiewende konsequent weiter umzusetzen.

Deshalb begrüßt die SPD-Fraktion ausdrücklich die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft als einen weiteren Baustein die Energiewende in der Region Hannover voranzutreiben. Aber nicht nur das. Wir wollen mit dem Genossenschaftsmodell ausdrücklich auch Leute mit kleinem Geldbeutel und Bürgerinnen und Bürgern ohne Eigenheim die Möglichkeit geben, von der Energiewende zu profitieren.

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Aber es bleiben Fragen offen. Wie geht es weiter mit dem Energieeinspeisegesetz (EEG), das derzeit gerade von Katharina Reiche überarbeitet wird. Die Windenergie und Photovoltaikbranche befürchtet durch die geplanten Änderungen einen Investitionsstopp, weil die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte dann nicht mehr gewährleistet sei. Es drohe ein massiver Einbruch. Wir müssen uns fragen, ob das auch Auswirkungen auf die geplanten Projekte der Regionsgenossenschaft hätte? Müssen wir dann das geplante Geschäftsmodell überdenken?

Zu klären ist auch, wie wir mit den Bestandsanlagen umgehen? Konkret stellt sich diese Frage u.a. bei der von unserem Abfallentsorger aha entwickelten Deponie-Anlage. Diese Anlage wird im Konzeptpapier der Genossenschaft als ein wichtiges eigenes Investitions- und Renditeobjekt beschrieben. Die SPD-Regionsfraktion ist entschieden der Auffassung, diese Anlage bei aha zu belassen, damit deren Einnahmen sinnvoller zur Stabilisierung der Müllgebühren verwendet werden kann, anstatt als Anlageobjekt zu dienen.

Zur Klärung dieser Fragen haben wir deshalb einen Änderungsantrag eingebracht, um sicherzustellen, um diese Fragen politisch in den zuständigen Ausschüssen zu beraten   und letztlich in der Regionsversammlung zu beschließen. Die Politik muss hier das letzte Wort haben.

Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes für die Verwaltung der Region Hannover

Säule 3: Unterstützungsmaßnahmen und Querschnittsaufgaben für eine treibhausgasneutrale Region Hannover 2035
Dr. Robert Schmitz | Stellv. umweltpolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion
Dr. Robert Schmitz | Stellv. umweltpolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion

Zur 3. Säule der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes für die Verwaltung der Region Hannover,  hier der Redebeitrag des stellvertretenden umweltpolitischen Sprechers Dr. Robert Schmitz.

- Es gilt das gesprochene Wort -

Frau Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren,

wer heute noch den Klimawandel leugnet, dem ist nicht zu trauen!

Wir erleben in Europa und Deutschland Hitzewellen, Dürre und Waldbrände in einem Ausmaß, das es nie zuvor gegeben hat. Da helfen auch Kindheitserinnerungen nicht, dass es früher auch mal heiß war.

Wer heute noch leugnet, dass der Klimawandel menschengemacht ist, dem ist nicht zu trauen!

Es ist wohl nicht allen Ernstes zu glauben, dass der Mensch 200 Jahre lang in großem Stil Kohle, Gas und Erdöl verbrennen kann, ohne dass dies Auswirkungen auf Atmosphäre und Klima hätte. Und diese Auswirkungen sind wissenschaftlich sehr umfassend nachgewiesen.

Wer heute noch leugnet, dass gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels erforderlich sind, dem ist nicht zu trauen!

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Wird der Klimawandel nicht zügig begrenzt, werden seine Konsequenzen, wie Extremwetter und Anstieg des Meeresspiegels, nicht ungefähr so verharren, wie sie jetzt sind, sie werden auch nicht moderat zunehmen, sie werden sich immer weiter potenzieren.

Das ist dazu geeignet, die Bewohnbarkeit ganzer Landstriche auch in Deutschland zu gefährden.

Es ist nicht ideologisch, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Es ist ideologisch, nichts dagegen zu tun!

Die SPD-Regionsfraktion Hannover bekennt sich zu konkreten Maßnahmen, um den Klimawandel zu bekämpfen, und zwar auf ebenso realistische wie effektive Weise. Es geht nach wie vor darum, die Treibhausgasneutralität in der Region Hannover möglichst bis 2035 zu erreichen.

Die vorliegende Beschlussdrucksache schreibt das Klimaschutzkonzept für die Verwaltung der Region Hannover in einer dritten Säule weiter.

Es geht hier um freiwillige, die gesetzlichen Pflichtaufgaben stärkende Unterstützungsleistungen, die auch das Potenzial haben, beträchtliche regionalökonomische Effekte zu erzielen.

Die dritte Säule umfasst 52 Maßnahmen aus Themenbereichen wie z.B. Solar, Wärme, Energieeffizienz, Energieinfrastruktur, Landwirtschaft und Ernährung. Dabei geht es jeweils um Vernetzung, Information und Finanzierung.

Das ist ein großer Handwerkskasten, die einzelnen Maßnahmenpakete sind aufeinander abgestimmt. Dazu gehört auch das Investitionsprogramm Klima 2026-35.

Des Weiteren wird z.B. Solarenergie auf kommunalen Liegenschaften vorangetrieben und abseits davon mit dem „Solarbaukasten 1.0“ ein niedrigschwelliges Förderangebot geschaffen. Auch die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft gehört zur vorliegenden Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes. Dies ist nur ein kleiner Einblick.

Wir bitten um Zustimmung!
Vielen Dank!

Ein handlungsfähiges Europa braucht einen starken EU-Haushalt, starke Regionen und mehr demokratische Kontrolle

Regina Hogrefe | Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion
Regina Hogrefe | Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion

Die Fraktionen SPD, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und Volt+ haben gemeinsam eine Resolution für ein handlungsfähiges Europa, welches insbesondere die Regionen und Kommunen in den Blick nimmt, eingebracht. Hier der Redebeitrag der Vorsitzenden der SPD-Regionsfraktion, Regina Hogrefe.

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrter Herr erster Regionsrat, liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dieser Resolution setzen wir ein wichtiges Signal für ein starkes und handlungsfähiges Europa. Die Europäische Union steht vor großen Herausforderungen – von der Sicherung des Friedens über den Klimaschutz bis hin zur Stärkung von Wirtschaft und Innovation. Dafür braucht sie einen ausreichend ausgestatteten Haushalt.

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Gleichzeitig dürfen dabei die Regionen und Kommunen nicht aus dem Blick geraten. Gerade die europäische Kohäsionspolitik unterstützt unsere Städte, Gemeinden, Landkreise und unsere Region z.B. über die LEADER-Förderung ganz konkret. Gerade diese gilt es zu weiterhin zu unterstützen, denn diese Förderung kommt unmittelbar den Menschen vor Ort zugute.

Deshalb ist es wichtig, dass die Kohäsionspolitik auch künftig finanziell stark bleibt und Regionen sowie Kommunen weiterhin direkt einbindet. Ebenso sollten neue Eigenmittel der Europäischen Union geprüft werden, um die Finanzierung langfristig auf eine stabile Grundlage zu stellen und die Abhängigkeit von nationalen Beiträgen zu verringern.

Und nicht zuletzt gehört zu einem starken Europa auch eine starke demokratische Legitimation. Deshalb unterstützen wir eine stärkere Rolle des Europäischen Parlaments bei Entscheidungen über Einnahmen und Ausgaben der Europäischen Union.

Ich bitte Sie daher um Zustimmung zu diesem Antrag.

Digitale Souveränität stärken: Unser Antrag zu europäischer Software in der Region Hannover

Silke Gardlo | Sprecherin der SPD-Regionsfraktion für Organisation, Personal, Finanzen und Digitalisierung
Silke Gardlo | Sprecherin der SPD-Regionsfraktion für Organisation, Personal, Finanzen und Digitalisierung

Die Fraktionen SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN haben gemeinsam einen Änderungsantrag zur Prüfung von Einsatzmöglichkeiten europäischer Softwarelösungen inkl. OpenSource eingebracht. Hier dazu ein Beitrag der Sprecherin für Organisation, Personal, Finanzen und Digitalisierung, Silke Gardlo.

Mit einem aktuellen Antrag setzt sich unsere SPD-Fraktion gemeinsam mit dem Koalitionspartner dafür ein, dass die Region Hannover stärker auf europäische und Open-Source-Softwarelösungen setzt. Unser Ziel: mehr digitale Unabhängigkeit und Unterstützung für europäische IT-Unternehmen. Eingebracht wurde das Thema von Linken und Piraten, die sich aber sehr konkret für einzelne Anwendungen entschieden haben. Wir haben diesen Ansatz in einen Prüfauftrag verändert, der nun die Expert:innen von hannIT auffordert Vorschläge zu machen.

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Konkret fordern wir, dass die Regionsverwaltung als Trägerin gegenüber dem gemeinsamen IT-Dienstleister hannIT aktiv wird. Die Geschäftsführung von hannIT soll bis Ende 2026 prüfen, inwieweit europäische Softwarelösungen – einschließlich Open Source – auf Ebene der heutigen IT-Plattformen eingesetzt werden können. Besonders wichtig ist uns dabei die Frage, ob Open-Source-Lösungen samt Support den hohen Anforderungen großer deutscher Kommunen wie der Region Hannover gerecht werden können.

Die Ergebnisse dieser Prüfung sollen der Politik also dem Ausschuss für Organisation, Personal, Finanzen und Digitalisierung (OPFD) vorgestellt werden. Uns ist zudem wichtig, dass hannIT auch die weiteren Träger, darunter auch regionsangehörige Kommunen, frühzeitig einbindet und für gemeinsame Umstellungsziele gewinnt. Als wertvolle Orientierung sollen dabei die Erfahrungen des Landes Schleswig-Holstein einfließen, das bereits eigene Schritte in Richtung Open-Source-Umstellung gegangen ist. Aber auch unsere Beteiligungsgesellschaften sollen zum Mitmachen angeregt werden. So wollen wir europäische Softwareunternehmen und Cloud-Dienstleister stärken und langfristig eine unabhängigere IT-Infrastruktur für die Region Hannover erreichen.

Dieser Antrag hat neben rot-grün auch die Unterstützung weiterer Fraktionen gefunden. Schleierhaft bleibt, warum CDU und FDP dagegen votiert haben, es gab dazu keine Begründung. Digitale Souveränität und eine zukunftsfähige, europäische IT-Landschaft in unserer Region sind wohl eher unsere Themen.

++ Die SPD-Fraktion unterwegs in der Region Hannover ++

UNSERE SOMMERTOUR 2026

1. Tag - 22. Juni 2026
Besuch beim Schulbiologiezentrum

Der Start unserer Sommertour führte ins Schulbiologiezentrum in Hannover, einem der bedeutendsten außerschulischen Lernorte für Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Region Hannover.

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Auf dem weitläufigen Gelände mit Themengarten, Freiluftschule und vielfältigen Labor- und Praxisangeboten wird Naturwissenschaft nicht nur vermittelt, sondern unmittelbar erfahrbar gemacht.
Ob Biodiversität, Klima oder Ernährung. Hier lernen Kinder und Jugendliche durch eigenes Entdecken, Forschen und Ausprobieren.

Das Schulbiologiezentrum verbindet schulische Bildung mit praktischer Erfahrung und leistet damit einen wichtigen Beitrag, junge Menschen für Umwelt- und Zukunftsthemen zu sensibilisieren.

Ein gelungener Auftakt unserer Sommertour mit vielen Eindrücken und guten Gesprächen vor Ort.

2. Tag - 2. Juli 2026
Besuche beim Berufsbildungswerk der DIAKOVERE Annastift und STRASSENBAHN HANNOVER e.V.

Am 2. Tag unserer Sommertour haben wir zwei spannende Einrichtungen besucht, die auf unterschiedliche Weise einen wichtigen Beitrag für unsere Region leisten.

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Unsere erste Station war das Berufsbildungswerk der DIAKOVERE Annastift. Dort werden rund 430 junge Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen auf den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet. Im Austausch mit der Geschäftsführung wurde deutlich, wie wichtig individuelle Förderung, die Zusammenarbeit mit Unternehmen und ausreichend Praktikumsplätze für eine erfolgreiche berufliche Integration sind. Vielen Dank für die offenen Gespräche und die spannenden Einblicke.

Anschließend wurden wir von einem historischen Straßenbahnwagen abgeholt und fuhren gemeinsam mit dem Verein STRASSENBAHN HANNOVER e.V. zum Oldtimerdepot in Döhren. Dort erhielten wir interessante Einblicke in die ehrenamtliche Arbeit des Vereins, der sich mit großem Engagement für den Erhalt historischer Straßenbahnen und die Dokumentation der Geschichte des hannoverschen Nahverkehrs einsetzt.

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Gastfreundschaft und die wertvollen Impulse für unsere politische Arbeit!

3. Tag - 7. Juli 2026
Unterwegs in Ronnenberg-Weetzen, Wennigsen und Springe

Unsere Sommertour führte uns weiter zu ganz unterschiedlichen Stationen, die zeigen, wie vielfältig das Engagement in unserer Region ist.

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Bei SAMLIF e.V. in Ronnenberg-Weetzen haben wir Einblicke in eine betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Assistenzbedarf erhalten. Das Haus bietet 16 Menschen ein Zuhause, in dem Selbstständigkeit, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung im Mittelpunkt stehen.
Anschließend besuchten wir die Kornbrennerei H. Warnecke in Wennigsen. Seit 1826 wird dort Korn gebrannt - heute steht der Betrieb für regionale Tradition und handwerkliche Qualität.

Bei der Fahrradwerkstatt des Vereins Miteinander in Wennigsen wurde deutlich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für Integration und Teilhabe ist. Seit vielen Jahren werden gespendete Fahrräder repariert und für Geflüchtete wieder verkehrstauglich gemacht.
Den Abschluss bildete der Besuch des Wisentgeheges Springe und der Austausch mit dem Förderverein „Freunde des Wisentgeheges und der Jagdschau e.V.“. Mit viel ehrenamtlichem Einsatz unterstützt der Verein den Erhalt des Geheges und leistet einen wichtigen Beitrag für Arten- und Naturschutz.

Vielen Dank an alle Gastgeberinnen und Gastgeber für die spannenden Einblicke, die offenen Gespräche und das große Engagement vor Ort.

4. Tag - 9. Juli 2026
Unterwegs in Langenhagen und Altwarmbüchen

Der nächste Tag unserer Sommertour führte uns nach Langenhagen und Altwarmbüchen. Im Mittelpunkt standen Gespräche über das gesellschaftliche Miteinander, den Natur- und Umweltschutz sowie den Zusammenhalt in unserer Region.

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Mehr-Generationen-Haus Langenhagen
Hier erhielten wir spannende Einblicke in die generationsübergreifende Arbeit und die vielfältigen Angebote für Menschen jeden Alters.

Naturkundliche Vereinigung Langenhagen
Anschließend besuchten wir die Naturkundliche Vereinigung, die uns ihre Arbeit zum Schutz und zur Erforschung der heimischen Natur vorstellte. Der Austausch zeigte, welchen wichtigen Beitrag ehrenamtliches Engagement für Umweltbildung und Naturschutz leistet.
Hospizverein Langenhagen
Am Nachmittag waren wir zu Gast beim Hospizverein Langenhagen. Dabei wurde deutlich, wie bedeutend die Begleitung schwerkranker Menschen und ihrer Angehörigen ist und wie wertvoll die Arbeit der Ehrenamtlichen für unsere Gesellschaft ist.

Caspo e.V.
Den Abschluss bildete der Besuch bei Caspo e.V. in Altwarmbüchen/Isernhagen. Mit seinem Gemeinschaftstreff, dem Sozialen Kaufhaus und der Integrationsberatung schafft der Verein wichtige Angebote für Teilhabe und ein gutes Miteinander.

Vielen Dank an alle Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner für die offenen Einblicke und den konstruktiven Austausch.

5. Tag - 13. Juli 2026
Unterwegs in Groß-Buchholz, Bothfeld und der Südstadt

Eine Tour mit besonderen Zielpunkten. Zuerst besuchten die Mitglieder der SPD- Regionsfraktion und ihr Gast, Eva Bender, den Karmeliterinnen-Orden und durften dort Einblick nehmen in den Alltag von Ordensschwestern. Spannend zu sehen, wie anders Menschen leben und wieviel Gemeinsamkeiten doch zu finden sind, denn arbeiten und Haushalt erledigen müssen wir alle. Großartig, wie aktiv die Schwestern die Ortsgemeinschaftsarbeit im Stadtteil leben.

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Anschließend besuchten wir den Verein Löwenzahn, der trauernde Kinder und Jugendliche/junge Erwachsene unterstützt, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. Unfassbar wertvolle und inspirierende Arbeit wird dort geleistet und wir waren sehr beeindruckt von der Intensität und Lebendigkeit, trotz - oder obwohl - das Thema so schwer ist.

Zum Abschluss des Tages waren wir dann im Haus der Religionen und durften uns einen Einblick in verschiedene Religionen verschaffen, haben aber auch Informationen zur Auseinandersetzung und Vermittlung religiöser Themen bekommen.

Insgesamt ein sehr bunter und vielfältiger Sommertourtag, der uns wieder einmal gezeigt hat, wie viele Angebote für die Bürger*innen in unserer Region existieren und dass das Leben hier sehr lebenswert ist.

6. Tag - 14. Juli 2026
Zu Gast in Garbsen und der Wedemark

Der nächste Tag unserer Sommertour führte uns nach Garbsen und in die Wedemark. Im Mittelpunkt standen bezahlbares Wohnen, die Zukunft des Handwerks sowie nachhaltiges Bauen und moderne Bildungsinfrastruktur.

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Wohnquartier „Grasgrün bis Himmelblau“
Zum Auftakt besuchten wir das Wohnquartier „Grasgrün bis Himmelblau“ der Wohnungsbau GmbH Theo Gerlach. Im Gespräch mit Geschäftsführer Herrn Kummer erhielten wir Einblicke in die Entwicklung eines modernen Quartiers mit sozialem Wohnraum und tauschten uns darüber aus, welche Wohnbauprojekte angesichts steigender Baukosten derzeit noch realisierbar sind und welche Herausforderungen die Branche aktuell bewegen.

RKS Klima Service GmbH
Bei der RKS Klima Service GmbH erhielten wir spannende Einblicke in die moderne Gebäudetechnik, die Ausbildung im Handwerk sowie die Umsetzung der Wärmewende. Im Austausch ging es unter anderem um Fachkräftesicherung, nachhaltige Energielösungen und die Frage, welche Rahmenbedingungen Unternehmen für eine erfolgreiche Transformation benötigen.

Schulzentrum Mellendorf
Den Abschluss bildete der Besuch des Schulzentrums Mellendorf. Vorgestellt wurde der neue Klassenraum in Holz-Modulbauweise – ein gelungenes Beispiel für nachhaltiges und zukunftsorientiertes Bauen im Bildungsbereich. Gemeinsam sprachen wir über die Chancen moderner Schulgebäude und die Anforderungen an eine zeitgemäße Bildungsinfrastruktur.

Vielen Dank an alle Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner für die offenen Einblicke und den konstruktiven Austausch.

7. Tag - 16. Juli 2026
Zu Gast in Barsinghausen

Am 16. Juli 2026 ging es dann für die SPD-Regionsfraktion nach Barsinghausen. Im Mittelpunkt standen Kultur, die Geschichte des Bergbaus im Südwesten der Region Hannover und die Verbindung von Bildungs- und Betreuungsangeboten. Als Gast hat uns Eva Bender begleitet.

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Los ging es in Groß Munzel im Garten Pristin. Diese schöne Gartenanlage ist sowohl botanisch als auch künstlerisch einen Besuch wert. Aleksandra und Hans-Dieter Pristin pflegen den Garten eigenständig und bieten Künstler*innen die Möglichkeit, ihre Skulpturen im Garten auszustellen.

Nach einem Mittagessen ging es weiter ins Besucherbergwerk Barsinghausen. Seit 1956 wird in Barsinghausen keine Steinkohle mehr abgebaut, aber einige Stollen stehen für Führungen in das ehemalige Bergwerk zur Verfügung. Nachdem wir die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hatten, ging es mit einem Wagen hinein in den Berg. Dort wurde uns die Geschichte des Bergbaus und der Arbeitsbedingungen im Bergbau anschaulich nahegebracht. Wir hoffen, dass das Besucherbergwerk noch lange als Lern- und Erlebnisort bestehen kann.

Unsere letzte Station war die Kunstschule NoaNoa in der Kulturfabrik „Krawatte“. Sie bietet für Kinder und Jugendliche ein breites Angebot, sich künstlerisch zu betätigen und wirkt auch bei der Ganztagsbetreuung von Schüler*innen mit. 

8. Tag - 22. Juli 2026
Sommertour ahoi auf dem Steinhuder Meer

Am 22. Juli 2026 waren Mitglieder der SPD-Regionsfraktion im Rahmen unserer Sommertour unterwegs am Steinhuder Meer bzw. im Meer auf der Insel Wilhelmstein. Zunächst ging es per offenem Holzboot auf die Insel - danach waren alle schon einmal ordentlich vom Wind durchgepustet.

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Auf der Insel gab es dann viel zu sehen, es wurde lecker gegessen im Insellokal und ein paar Treppen ist die Besuchergruppe auch auf und ab gestiegen – denn die Festung selbst bietet einiges zu sehen vom Keller bis zum Turm und dazwischen. Hervorragend, wieviel die Insel inzwischen an touristischen Angeboten für Besucher*innen und auch für Wassersportler*innen, vor allem Segler*innen, bietet – vom Sundowner bis zum Grillen und Krimidinner ist eine Menge dabei. Wir können nur empfehlen, die Insel zu besuchen und einen Kurztrip ans Steinhuder Meer zu planen. 

9. Tag ­ 11. August 2026
Hoch hinaus, Werkheim e.V. und fairKauf

Der letzte Tag unserer Sommertour führte uns am 11. August zunächst in das Zentrum der Landeshauptstadt Hannover und dann nach Vahrenwald. Dabei haben wir spannende Einblicke in Stadtentwicklung, soziale Teilhabe und den Arbeitsmarkt bekommen.

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Ehemaliges Kaufhof/Horten-Gebäude
Zum Auftakt besichtigten wir die größte Einzelimmobilie Hannovers. Das Gebäude wird derzeit umfassend entkernt und modernisiert. Geplant sind unter anderem Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel und eine Sporthalle. Auch die Region Hannover wird künftig drei Berufsschulen dort zusammenführen. Ein spannendes Projekt für die Weiterentwicklung und Belebung der Innenstadt.

Werkheim e.V.
Anschließend ging es zum Werkheim e.V. für wohnungslose Männer. Im Mittelpunkt standen die Unterstützungsangebote und die Wege zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

fairKauf eG
Zum Abschluss besuchten wir fairKauf. Hier ging es insbesondere um Arbeitsvermittlung, Beschäftigungsmöglichkeiten und soziale Teilhabe sowie um das Prinzip der Wiederverwendung.


AG SWT vor Ort: Besuch beim Spar- und Bauverein Hannover

v.l.: Rainer Detjen (Vorstand Spar- und Bauverein), Angelo Alter (sozialpolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion Hannover), Anja Sander (stellv. Fraktionsvorsitzende) und Udo Frommann (Vorstand Spar- und Bauverein)

Am 6. Juli 2026 war die AG Soziales, Wohnungswesen und Teilhabe (SWT) der SPD-Regionsfraktion Hannover zu Gast beim Spar- und Bauverein Hannover und hat sich über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des genossenschaftlichen Wohnens ausgetauscht.

Mit rund 8.300 Wohnungen und fast 28.000 Mitgliedern gehört der Spar- und Bauverein zu den großen Wohnungsgenossenschaften in Hannover. Dabei geht das Engagement weit über die Bereitstellung von Wohnraum hinaus: Mit vielfältiger Gemeinwesenarbeit in den Quartieren trägt die Genossenschaft aktiv zu lebendigen Nachbarschaften bei.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen bezahlbarer Wohnraum, die Schaffung neuer Wohnungen und die Frage, wie Förderprogramme der Region Hannover gestaltet sein müssen, damit mehr genossenschaftlicher Wohnraum entstehen kann. Auch die Begrenzung von Baukosten und neue Wege der Wohnungsakquise waren wichtige Themen.


S-Bahn Hannover am neuen Tiefpunkt: SPD-Regionsfraktion fordert erneute Prüfung aller Optionen gegenüber Transdev

Regina Hogrefe | Fraktionsvorsitzende und Jonas Farwig | verkehrspolitischer Sprecher
Regina Hogrefe | Fraktionsvorsitzende und Jonas Farwig | verkehrspolitischer Sprecher

Angesichts der nochmals deutlich verschärften Situation bei der S-Bahn Hannover fordert die SPD-Regionsfraktion weitere Konsequenzen gegenüber dem Betreiber Transdev. Nach aktuellem Kenntnisstand der Fraktion ist derzeit nur noch rund die Hälfte der für den regulären Betrieb benötigten Fahrzeuge einsatzfähig. Seit einiger Zeit verkehren deshalb im gesamten S-Bahn-Netz Züge mit deutlich geringeren Kapazitäten als vorgesehen. Selbst im Berufsverkehr sind Verbindungen, die eigentlich in Doppel- oder Dreifachtraktion fahren müssten, teilweise nur noch mit einem Zug unterwegs.

„Wir haben in den vergangenen Monaten ganz bewusst darauf verzichtet, jede neue Störung und jeden Ausfall öffentlich zu kommentieren. Stattdessen haben wir gemeinsam mit der Regionsverwaltung in zahlreichen Gesprächen immer wieder darauf gedrängt, dass sich die Situation für die Fahrgäste endlich verbessert“, erklärt Regina Hogrefe, Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion. „Aber wir müssen feststellen: Diese Verbesserung ist nicht eingetreten. Im Gegenteil. Die S-Bahn ist an einem neuen Tiefpunkt angekommen.“

Auf politischen Druck hin hat Transdev inzwischen mehrere Ersatzfahrzeuge angemietet. Auch die Instandhaltungskapazitäten sollen verstärkt und die Werkstatt in Celle weiter ausgebaut werden. Die aktuelle Entwicklung zeigt aus Sicht der SPD-Fraktion jedoch, dass diese Maßnahmen bislang bei Weitem nicht ausreichen.

Besonders deutlich wird die Dimension der Krise in der aktuellen Mitteilung der S-Bahn Hannover selbst. Darin kündigt der Betreiber im gesamten Netz verkürzte Züge an und warnt vor weniger Sitzplätzen, volleren Zügen und möglicherweise längeren Wartezeiten. Für den Lehrte-Pendel wird zeitweise sogar Busnotverkehr eingerichtet. Gleichzeitig bittet die S-Bahn ihre Fahrgäste ausdrücklich, in den kommenden Tagen auf nicht zwingend notwendige Fahrten zu verzichten oder alternative Verkehrsmöglichkeiten zu nutzen.

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„Wenn der Betreiber einer S-Bahn seine Fahrgäste selbst bittet, nach Möglichkeit auf andere Verkehrsmittel auszuweichen, ist eine Grenze erreicht“, sagt Hogrefe. „Die Menschen in der Region müssen sich darauf verlassen können, morgens zur Arbeit, zur Schule oder zu wichtigen Terminen zu kommen. Transdev hat sich vertraglich verpflichtet, diese Verkehrsleistung zu erbringen. Dieser Verpflichtung wird das Unternehmen derzeit nicht gerecht.“

Zu den seit Langem bestehenden Belastungen durch Baustellen und Störungen der Schieneninfrastruktur kommt nun die massiv eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit hinzu. Transdev nennt dafür unter anderem technische Fahrzeugstörungen, Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung und Schäden infolge von Problemen an der Infrastruktur.

Jonas Farwig, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion, pendelt selbst jeden Werktag mit der S-Bahn nach Hannover. Er erklärt: „Ich erlebe die Situation täglich selbst. Verspätungen, Ausfälle und kurzfristige Änderungen gehören für viele Fahrgäste inzwischen leider zum Alltag. Inzwischen kommen noch deutlich reduzierte Kapazitäten hinzu. Gerade im Berufsverkehr sind überfüllte Züge längst Realität. Für Pendlerinnen und Pendler ist dieser Zustand nicht mehr hinnehmbar.“

Die SPD-Regionsfraktion fordert deshalb, sämtliche vertraglichen und rechtlichen Handlungsoptionen gegenüber Transdev erneut auf den Tisch zu legen. Auch weitreichende Schritte bis hin zu einer Teilkündigung einzelner Linien oder Kündigung des Verkehrsvertrages waren in der Vergangenheit bereits geprüft und aus unterschiedlichen Gründen nicht weiterverfolgt worden. Angesichts der aktuellen Zuspitzung müsse diese Optionen nun erneut geprüft werden.

„Uns ist bewusst, dass eine Kündigung nicht automatisch dafür sorgt, dass am nächsten Morgen mehr Züge fahren. Solche Entscheidungen haben erhebliche rechtliche und betriebliche Konsequenzen“, betont Hogrefe. „Genau deshalb sind diese Möglichkeiten in der Vergangenheit sehr sorgfältig geprüft worden. Aber die Lage hat sich weiter verschärft. Deshalb erwarten wir, dass jetzt erneut alle Optionen geprüft werden. Ein einfaches ‚Weiter so‘ kann es nicht geben.“

Farwig ergänzt: „Transdev muss jetzt sehr kurzfristig einen belastbaren Weg aufzeigen, wie die Fahrzeugverfügbarkeit wieder auf ein akzeptables Niveau gebracht wird. Weitere Ersatzfahrzeuge, zusätzliche Instandhaltungskapazitäten und schnellere Reparaturen müssen dabei eine Rolle spielen. Entscheidend ist am Ende nicht, was angekündigt wird, sondern was für die Fahrgäste tatsächlich auf der Schiene ankommt.“

+++ Aus der Fraktion +++ Interview +++ Aus der Fraktion +++

Interview mit Regina Hogrefe, Petra Rudszuck und Christina Schlicker

Mit Regina Hogrefe als Fraktionsvorsitzende, Petra Rudszuck als stellv. Regionspräsidentin und Christina Schlicker als Vorsitzende der Regionsversammlung hat die SPD-Regionsfraktion wichtige Ämter mit Frauen besetzt.

Mit Regina Hogrefe als Fraktionsvorsitzende, Petra Rudszuck als stellv. Regionspräsidentin und Christina Schlicker als Vorsitzende der Regionsversammlung hat die SPD-Regionsfraktion wichtige Ämter mit Frauen besetzt. 

Welches sind eure Wahlbereiche und wie lange seid ihr schon Mitglieder der Regionsversammlung?
Regina Hogrefe: Mein Wahlbereich liegt in der Stadt Hannover und besteht aus den Stadtteilen Bothfeld, Lahe, Isernhagen-Süd, Groß-Buchholz, Misburg und Anderten. In der Regionsversammlung bin ich seit 2011.
Petra Rudszuck: Mein Wahlbereich in der Stadt Hannover umfasst die Stadtbezirke Kirchrode/Wülferode/Bemerode und Döhren/Wülfel/Mittelfeld sowie den Bereich Kleefeld/Heideviertel. Ich bin seit der Gründung der Region Hannover 2001 Mitglied der Regionsversammlung.
Christina Schlicker: Neustadt am Rübenberge und Wunstorf. Ich bin seit 2013 in der Regionsversammlung, mittlerweile eine alte Häsin.

Was ist für euch das Wichtigste an euren Ämtern und was macht euch daran am meisten Spaß?
Regina Hogrefe: Als Vorsitzende der größten Regionsfraktion mit 25 Mitgliedern aus fast allen Kommunen ist es meine Aufgabe, die unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen und nach außen gegenüber den anderen Fraktionen und der Verwaltung zu vertreten. Das ist nicht immer einfach, aber sehr spannend.
Die Region hat durch ihre Zuständigkeiten für wichtige Aufgaben der Daseinsvorsorge wie Verkehr, Soziales, Gesundheit und Abfallwirtschaft sehr großen Anteil daran, wie Menschen ihren Alltag meistern können. Dies mitgestalten zu können und gleichzeitig noch nah genug an den Menschen zu sein, um ihre Anliegen zu hören, macht mir viel Freude.
Petra Rudszuck: Als stellvertretende Regionspräsidentin nehme ich an vielen Veranstaltungen teil. Insbesondere die Vielfalt ehrenamtlichen Engagements und die dahinter stehenden Menschen beeindrucken mich immer wieder.
Christina Schlicker: Das Wichtigste ist für mich, Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammenzubringen und ihnen eine gemeinsame Richtung zu geben. Als Vorsitzende möchte ich dafür sorgen, dass fair und respektvoll diskutiert wird und wir bei allen politischen Auseinandersetzungen das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren: eine gute Entwicklung unserer Region. Am meisten Spaß macht mir, dass ich mit ganz unterschiedlichen Menschen und Perspektiven zu tun habe: zuhören, unterschiedliche Positionen zusammenbringen und manchmal auch zu erleben, wie aus kontroversen Diskussionen gute Lösungen entstehen.

Drei zentrale politische Ämter, drei Frauen: Ist das für euch inzwischen eine Selbstverständlichkeit – oder merkt ihr manchmal doch, dass diese Konstellation etwas Besonderes ist?
Regina Hogrefe: Ja und nein. In meinem Amt bin ich ja nicht die erste, sondern meine Vorgängerin Silke Gardlo hat bereits „Pionierarbeit“ geleistet. Trotzdem finde ich es schon besonders, dass alle drei Spitzenämter, die wir besetzen können, in weiblicher Hand sind.
Das sehen wir im aktuellen Wahlkampf. Unter den 12 Bewerbenden für die Regionspräsidentschaft sind nur drei Frauen, unter anderem von uns. Bevor ich Vorsitzende meiner Fraktion wurde, war ich wirtschaftspolitische Sprecherin. Da war die männliche Dominanz noch stärker spürbar.
Petra Rudszuck: Für mich und unsere Fraktion ist es eine Selbstverständlichkeit.
Leider gilt dies für andere nicht - noch viel zu oft erlebe ich ausschließlich Männer, z.B. auf einem Podium.
Christina Schlicker: Ich würde sagen: Beides. Einerseits sollte es selbstverständlich sein, dass Frauen politische Verantwortung in dieser Größenordnung übernehmen. Andererseits wissen wir natürlich, dass diese Konstellation noch nicht überall selbstverständlich ist. Deshalb finde ich es gut und wichtig, dass wir drei diese unterschiedlichen Ämter ausfüllen. Entscheidend ist für mich aber nicht, dass wir drei Frauen sind, sondern dass wir unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven einbringen und gemeinsam Verantwortung für die Region übernehmen. Wenn wir damit ganz selbstverständlich zeigen, dass Frauen politische Führung gestalten, dann ist das vielleicht genau der beste Weg, damit es irgendwann wirklich selbstverständlich ist.

Ihr habt unterschiedliche Ämter und damit auch unterschiedliche Rollen. Was schätzt ihr an der Zusammenarbeit miteinander – und was braucht es aus eurer Sicht für gute politische Führung?
Regina Hogrefe: Ich schätze unsere gute vertrauensvolle Zusammenarbeit und die gegenseitige Wertschätzung sehr. Auch wenn wir mal nicht der gleichen Meinung sind, finden wir immer einen Konsens. Last but not least macht es unglaublich Spaß, mit so tollen Frauen zusammen zu arbeiten. Gute Führung heißt für mich Klarheit und Verlässlichkeit, Empathie, aber auch die Fähigkeit, Durchsetzungsstärke zu zeigen, wenn es einmal erforderlich ist.
Petra Rudszuck: Notwendige Abstimmungen zwischen uns  funktionieren  immer auf kurzem Wege und jede von uns akzeptiert die anderen voll und ganz. Politische Führung zeichnet sich für mich durch Transparenz und intensive Kommunikation aus.
Christina Schlicker: Ich schätze an unserer Zusammenarbeit vor allem, dass wir unterschiedliche Rollen und damit auch unterschiedliche Perspektiven einbringen. Gerade das macht die Zusammenarbeit wertvoll. Für mich als Vorsitzende der Regionsversammlung ist es wichtig, dass wir diese Unterschiede aushalten und gleichzeitig respektvoll und lösungsorientiert miteinander umgehen.
Gute politische Führung braucht aus meiner Sicht vor allem Klarheit, Verlässlichkeit und die Bereitschaft zuzuhören. Man muss unterschiedliche Interessen zusammenbringen können, Entscheidungen auch dann treffen, wenn es nicht für alle die perfekte Lösung gibt, und dabei immer den Blick auf das gemeinsame Ganze behalten. Und ich glaube, ein gutes Maß an gegenseitigem Vertrauen und auch Humor hilft dabei sehr.

Was schätzt ihr an der Region Hannover besonders? Gibt es Orte oder Besonderheiten, die euch besonders am Herzen liegen und die ihr unseren Leser*innen empfehlen möchtet?
Regina Hogrefe: Ich liebe die Vielfalt - urbane Großstadt und wunderbare Landschaften mit entzückenden Dörfern und Städten. Bei unseren Sommertouren habe ich wieder einmal soviel Neues entdeckt und dazu viele großartige, engagierte Menschen, die diese Region besonders machen. Ich gehe gern spazieren und bin Fan der Herrenhäuser Gärten und des Deisters.
Petra Rudszuck: Ich schätze an der Region Hannover besonders die Bandbreite von dörflichem Charakter bis zur Urbanität in Hannover. Mein Lieblingsorte sind der Hermann-Löns-Park und der Tiergarten – beide sind Naherholung pur und sehr gut zum Joggen geeignet.
Christina Schlicker: Ich schätze an unserer Region vor allem die Vielfalt. Wir haben starke Städte, aber genauso den ländlichen Raum, wir haben Natur, Kultur und eine vielfältige Wirtschaft. Gerade diese Mischung macht die Region für mich so besonders. Und natürlich gibt es Orte, zu denen man eine ganz persönliche Verbindung hat – bei mir sind es besonders die kleinen, oft unscheinbaren Orte und Plätze, an denen man merkt, wie lebenswert unsere Region ist. Am Herzen liegen mir aber vor allem die Menschen, die diese Region in Vereinen, in der Kultur, in den Unternehmen, in den Kommunen und im Ehrenamt gestalten. Diese Vielfalt und dieses Engagement sind für mich das eigentliche Herz unserer Region.

Wenn ihr einen Wunsch für die Zukunft der Region Hannover frei hättet, welcher wäre das?
Regina Hogrefe: Ich wünsche mir, dass die Region weiter zusammenwächst und allen Menschen, egal ob sie in der Großstadt oder in einem kleinen Dorf wohnen, gute Rahmenbedingungen für ein glückliches Leben bietet.
Petra Rudszuck: Ich wünsche mir, dass die Einwohner*innen der Region Hannover sich in ihrer Heimat wohlfühlen und glücklich sind.
Christina Schlicker: Vor allem wünsche ich mir, dass wir bei allen Herausforderungen den Zusammenhalt bewahren und den Mut haben, gemeinsam nach vorne zu schauen. Ich wünsche mir eine Region, die zusammenhält und sich gleichzeitig weiterentwickelt. Das macht uns stark.